John Greens “Papertowns” – Die Hauptperson, die sich wohl verirrt hat.

Da ich durch lange S-Bahn-Fahrten regelrecht dazu verdammt bin, meine Zeit sinvoll zu nutzen, lese ich so viel wie nie zuvor in meinem Leben. Knapp vier Bücher pro Woche kommen da zusammen und ich habe mir wirklich vorgenommen, allen eine Stimme zu geben. Manchen eine laute und manchen eine etwas … leisere.
Oh, da ich sie alle auf english lese, kenne ich die deutschen Titel meist nicht. Vielleicht fange ich auch irgendwann an sie auf englisch zu rezensieren, aber da muss noch ein wenig an meinem Vokabular gearbeitet werden.
Download

Papertowns. Städte, die auf Landkarten verzeichnet sind, aber nicht existieren. Als eine Kopierschutz für den Kartographen, damit er bemerkt, wenn jemand seine Karten kopiert. Und natürlich noch tief gehendere Bedeutungen.

Diesen jung-adult Roman habe ich direkt nach the Fault in Our Stars gelesen und hatte dementsprechend schon mental so weit vorgearbeitet, dass ich nicht den Fehler machen würde, alle Fahrgäste erneut in Bestürzung zurückzulassen, während mir widerwillig die Tränen auf mein Kindle tropfen. Ja, ja. Das waren noch Zeiten.

Quentin und Margo. Boy meets Girl? Denkste! Quentin mag Margo, Margo ist aber viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als irgendwas wirklich wahrzunehmen. Aber hallo – sie gehört trotzdem zu der “coolen Clique”, aber das ist ja alles nicht wichtig, denn dieses “außergewöhnliche” Mädchen hat tiefgehende Probleme. Sie ist so verdammt egoistisch!
So. Das ist schon mal das erste Problem. Margo soll hier wahrscheinlich als der Freigeist und Ausbruch aus dieser Einöde von Dorf-Stadt fungieren. Allerdings ist mir dieses Mädchen sowas von unsympathisch, da ist der ganze Roman schon fast gelaufen.

Denn Quentin liebt Margo. Aber Margo liebt eigentlich niemanden und ein bisschen sich selbst. Und während seine Freunde und Eltern Quentin lieben, lieben Margos Eltern nur sich selbst und Margos kleine Schwester.
Und Quentin will rausfinden, wo Margo denn hin ist, als sie nach einem gemeinsamen Abenteuer (aka: Sie will sich an den Menschen, die ihr wehgetan haben rächen, lädt Quentin ein  bzw. manipuliert Quentin dazu mitzumachen und schiebt ihm das als “Ich habe dich ausgewählt und du hast mich zurück gewählt” unter (ich habe hier mal frei zitiert, mir liegt das Buch leider nicht mehr vor). Quentin findet’s toll mal von seiner heimlichen Liebe beachtet zu werden und Margo findets toll mit Quentin zu spielen. Super.) einfach verschwindet.

Sie geht (das nicht zum ersten Mal. Sie haut ständig ab. Naja. Zu Recht. Bei den Eltern…) und hinterlässt kleine Hinweise. Das artet dann zu einer Schnitzeljagd sondergleichen aus, denn Quentin denkt, sie will sich dramatischerweise etwas antun.

Das Problem ist hier, ich kann das Ende nicht anreißen. Aber so gut es geht muss ich sagen: War ok. Hat mich selbst bisschen überrascht, dass ich zum ersten Mal bei einem Buch nur dachte “war ok.” statt “schlecht”, “mies geschrieben”, “gut”, “wundervoll” … und so weiter. Ich weiß nicht Recht, ob das ein gutes Zeichen ist.

Quentin ist ein lieber Kerl. Ein Junge, der so viel lernt – angeblich weil ihm durch Margo die Augen geöffnet werden. Während ich das Gefühl habe das Margo einfach nur eine kleine Drama-Queen mit Issues ist, die sie nicht in den Griff kriegt und das rechtfertigt irgendwie alles was sie tut.

Man merkt mir wahrscheinlich deutlich an, was ich von diesem Charakter halte. Furchtbar. Aber sie ist nötig. Aber Herr Green, sie hätten sie ruhig ein bisschen mehr… “weniger ich-bezogen” machen können….

Dieses Buch ist gut. Daran gibt es nicht zu rütteln. Es ist ein Buch von dem Mann, der Menschen mit herzerwärmenden Krebs-Geschichten zum Weinen bringt (mich eingeschlossen). Aber es ist eins dieser Bücher, die man nur einmal lesen will. Aber dann nochmal liest, um vielleicht etwas zu sehen, was man vorher nicht entdeckt hat.

Trotzdem spreche ich hier mal eine Empfehlung aus. Es ist ein gutes Jugendbuch, das einen zum Nachdenken anregt, wie klein unsere eigene Welt doch ist und ob wir uns entscheiden auszubrechen. Doch ich wette, jeder würde das nicht mal halb so dramatisch machen wie diese nervige Margo.

Und wer eine adäquate Zusammenfassung möchte, die weit mehr lyrischer klingt, als ich es je hinbekommen würde, kann dann http://www.amazon.de/Paper-Towns-John-Green/dp/014241493X da drauf klicken.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s