Endgame by James Frey – Hamlet, nur mit mehr Blut und weniger Inhalt.

Endgame schien so vielversprechend. Es wurde von vielen angepriesen, gerade auf der Buchmesse im Oktober habe ich das nicht nur auf einem Regal gesehen. Tja, da dachte ich, ich gönne mir mal was und lese etwas HungerGames-ähnliches. So war zumindest meine Erwartung.
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Allerdings muss ich gestehen, dass die Geschichte an sich nicht schlecht ist, sondern eigentlich ganz gut überlegt. Mal was mit Außerirdischen, die uns das Leben geschenkt haben und nun müssen wir (bzw. die 12 Auserwählten), um die Erde kämpfen, damit sie zumindest teilweise weiterbestehen kann. Armageddon steht kurz bevor.

Jeder dieser 12 Spieler ist auf seine eigene Weise spannend bis zu dem Punkt wo man nur noch will, dass 90 % der Teilnehmer das Zeitliche segnet, weil man es nicht mehr erträgt, was für mordbesessene Hohlköpfe da rumrennen und die Erde retten sollen.

Es gibt vielleicht insgesamt vier oder fünf Charaktere, die ich ganz nett fand, nachdem sich der Rest in extremistische Mordmaschinen verwandelt haben. Gähn.
Tatsächlich war das Buch irgendwann wegen der ganzen Action einfach so langweilig, dass ich es mehrmals enttäuscht aus der Hand gelegt habe.

Kurz vor der Mitte des Buches kam mir der Gedanke: “Was wenn dieses ganze Spiel einfach nur ein großer Witz ist?” So hätte ich das nämlich konstruiert. Was passiert? (Achtung, Spoiler!) Einer von 12 begreift das (bzw. hat rausgekriegt, worum es wirklich geht), vielleicht sogar 2 von 12, aber der Rest will unbedingt gewinnen und man hört sich nicht zu. Ich krieg schon wieder Aggressionen, wenn ich nur daran denke.
Wie blind die durch das Spiel traben! Ohne nach links oder rechts zu schauen, statt mal darüber nachzudenken oder sich gegenseitig zuzuhören, wenn einer eine Erleuchtung hat. Nein, nein, nein, alle sind Feinde, alle müssen sterben, das ist Endgame.

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Die Schreibweise wurde irgendwann auch nur (noch) furchtbar(er) dramatisch(er) und daraufhin furchtbar nervig. Ja, nachdem mir alle 12 Charaktere dramatischerweise mindestens fünfmal den Satz “Das ist Endgame!” oder “Wir spielen wieder mit” oder auch “Blut für Blut” (von diesem komischen kleinen Jungen aus der Mongolei, der einfach gaga ist!), wollte ich einfach mal auf die Stopptaste drücken.

Bitte, ihr Aliens dort oben, macht diesemGrauen ein Ende! 

Endgame ist, glaube ich, auch ein Computerspiel. Da würde dieses Konzept des actiongeladenen Massakrierens und dem übertrieben dramatischen Unterton wunderbar funktionieren. Aber das ist jetzt nun ein Buch, verdammt.
Also als Weihnachtsgeschenk kommt dieses Buch definitiv nicht infrage. Ich will ja schließlich, dass man sich beim Lesen nicht langweilt. Wem die zuvor genannten Punkte allerdings gefallen – greifen Sie zu, meine Damen und Herren.
Ich lasse da in Zukunft die Finger von!

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