Gonzalo Giner – “Der Heiler der Pferde” (Historisch)

3/5★
Hach, ich danke dir, du wunderbare kleine, hinterherhinkende, aber jetzt wieder mit neuen Büchern bestückte Stadtbücherei Maintal! Wer sich meinen #BookHaul angeschaut hat, konnte deutlich sehen, dass ich irgendwann nur noch scheinbar wahllos aus dem “Historisch”-Regal Bücher eingepackt habe.
Und hier ist eines davon, das sowohl seine Stärken, aber auch seine Schwächen hat.
Aber zuerst beginnen wir ganz gesittet von vorne.

Titel: Der Heiler der Pferde
Autor: Gonzales Giner
Erscheinungsjahr: 2008
Seiten: 671

Zusammenfassung

“Kastilien 1195. Machtlos muss der 14-jährige Diego von Malagón zusehen, wie die arabischen Almohaden seine Familie brutal überfallen.
Mit letzter Kraft gelingt ihm auf Sabba, seiner Araberstute, die Flucht nach Toledo. Dort erregt seine Gabe, mit Pferden zu sprechen, die Aufmerksamkeit des muslimischen Pferdeheilers Galib. Er nimmt Diego als Lehrling an, führt ihn in die Grundkenntnisse des Heilens, das medizinische Wissen und die arabische Sprache ein.
Erneut muss Diego fliehen, diesmal einer Frau wegen. Seine Abenteuer führen ihn mitten in die politischen Konflikte der spanischen Reiche und zwingen ihn immer wieder zu Flucht und Neuanfang.
Seinen Traum vergisst er jedoch nie: Mit dem Glück des Mutigen kämpft er um seine Berufung und die Erfüllung seiner großen Liebe” (via hier)

Meinung

Junger Kerl, der einsam in den Wirren der Vergangenheit um seine Zukunft kämpft (+ die Erwähnung seiner großen Liebe) – gebongt, dachte ich mir. Tatsächlich hat mir die Geschichte auch sehr gut gefallen, der Schreibstil war genau so, wie ich ihn mir für einen historischen Roman gewünscht hätte.
(An alle da draußen, die denken, historische Romane sind nur für Geschichte-Nerds. Gar nicht wahr. Die sind genau so geschrieben wie Fantasybücher oder gute Romane, die Geschichte spielt halt nicht in einer anderen Welt, nur in einer anderen Zeit. Also: Probierts aus!)
Ich mochte Diego, genau so sehr, wie ich seine Triebe gehasst habe. Er bandelt ein bisschen mit der schönen Sarazenen-Frau seines Meisters an und das nur, weil er seine pubertären Hormone nicht unter Kontrolle hat (und sie ist ‘ne totale +#&%§2 !). Mir war das von Anfang an unsympathisch. Allerdings macht er das durch Scharfsinn, Lerneifer und seine restlichen Charakterzüge (meistens) wett.
Auch seine große Liebe, Mancia, ist jetzt auch nicht gerade eine Frau, die ich ihm wünschen würde. Keine Ahnung, ob es daran liegt, dass ein Mann diese Geschichte geschrieben hat, aber die Frauen generell wirken in diesem Buch etwas platt. Langweilig. Und nervig.
game-of-thrones-cersei-eyeroll
Aber das ist nur mein Empfinden, natürlich war damals noch nicht so sehr Emanzipation angesagt, aber irgendwie hab ich mich mehr mit dem jungen Diego verbunden gefühlt als mit irgendeiner dieser Frauen.
Die Geschichte ist geprägt von ‘ner Menge Rückschlägen (und von Resignationsanfällen, wenn einem wieder vor Augen geführt wurde, wie besch***rt die Menschen im 12 Jahrhundert waren. Sorry. Aber da kommt eine Krankheit und natürlich ist es GOTTES STRAFE! .. Ich weiß, es ist ja genau so gewesen, aber darüber aufregen muss ich mich jedes Mal. Zum Glück gab’s hier keine Hexenverbrennung.).
Aber Diego findet seinen Weg und letztendlich haben mir diese knapp unter 700 Seiten den Schlaf geraubt, weil ich unbedingt wissen musste, wie’s ausgeht. (Auch wenn mich die Liebesgeschichte noch immer nicht überzeugt hat) Aber es hat nach ca. 200 Seiten angefangen stark nachzulassen. Tja. an Rebecca Gablé kommt keiner dran.

Also alles in allem (trotz komischer Frauen-Charaktere und den Aussetzern von Diego) 3/5★

PS: Wer wirklich mal mit historischen Romanen einsteigen und sich definitiv nicht die Finger verbrennen will, der wähle Rebecca Gablé. Am besten ihre Bücher über die Rosenkriege. SUPERB. 

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