“Der Kinderdieb” – BROM

Titel: “Der Kinderdieb”
Autor: BROM
Seiten:  648
Rating: 4.5/5 ★

Wenn dich Peter Pan vor den Alpträumen der Realität rettet und dir im gleichen Atemzug eine neue Welt voller Abenteuer verspricht… Es gibt mehr verlorene Kinder, als man glauben mag.

 Eine Nacherzählung? Nein, definitiv nicht.

“Leise wie ein Schatten streift ein merkwürdiger Junge durch die Straßen von New York. Er nennt sich Peter und ist auf der Suche nach Kindern und Teenagern, die dringend Hilfe brauchen. Peter rettet sie und bietet ihnen an, sie in sein magisches Reich zu führen, in dem niemand je erwachsen werden muss. Doch er verrät ihnen nicht, dass dieses Land im Sterben liegt und dort nicht nur magische Geschöpfe und das Abenteuer ihres Lebens auf sie warten, sondern auch größte Gefahr… ”

Meinung

Hier scheiden sich die Geister und ich kann das absolut nachvollziehen. Das Cover hält auf jeden Fall was es verspricht. Die Geschichte ist nicht süß, niedlich und voller Hoffnung, im Grunde ist sie zerstörerisch, spricht von Kampf, Verlust, Grausamkeit, Gewalt und wie viel man bereit ist für etwas das tief in einem verwurzelt ist zu riskieren.

Peter Pan – hier nur Peter, wurde schon als Kind von seiner menschlichen Mutter verstoßen, denn er hatte spitze Ohren und schien anders als die anderen Kinder. Doch statt im Wald zu sterben, überlebt er und kaum, dass er sechs Jahre alt geworden ist, scheint er schon Grausamkeit und Gewalt zur Genüge gesehen zu haben.
Auf Avalon findet er seine Bestimmung – der “Dame” zu dienen (unten rechts), die den kleinen Peter mit ihrem verlorenen Sohn vergleicht. Diese Welt ist geprägt von Magie, von Zauberei und von einer alten Regentschaft der Kinder der Götter gestützt auf Elfen, Trolle und was es noch alles gibt.
Warum also die verlorenen Kinder?

Das alles erfährt man erst im Laufe der Geschichte und bis zum Ende hin ist es erschreckend.
Nick, ein “verlorener Junge”, den Peter durch den Nebel geführt hat, scheint als Einziger nicht wirklich angetan von dem Jungen zu sein, der ihn auf die magische Insel geholt hat. Denn ihm wird schnell klar, das ist keinesfalls ein Traumland, nein, in Wirklichkeit kämpfen die “Teufel”, wie sie sich nennen, ums Überleben der Insel.

Das ganze Buch über war ich hin- und her gerissen. Es ist so schwer festzustellen was “richtig” und was “falsch” ist. Tatsächlich hat jede Seite Gründe, warum sie tut was sie tut und Nick ist der Einzige, der allem grundlegend misstraut. Hinter diesem Buch steckt so viel mehr als ein zauberhafter Ausflug in ein Land wo niemand altert, hier wird wirklich ein Krieg gefochten, aber an mehreren Fronten.

Das Nachwort des Autors hat mich zum Nachdenken angeregt. Er schrieb, dass die ungekürzte Fassung von “Peter Pan” tatsächlich schwarze Züge an sich hatte. Kinder, die scheinbar zu alt wurden, hätte Peter “ausgejätet.” Hier hat er Recht, was soll das bedeuten?! Diese Version hat ihren eigenen Peter und beschreibt tatsächlich, wie Kinder reagieren, die entführt und auf brutalste Weise kämpfen und sterben.
Ich kann es nur jedem ans Herz legen, auch wenn man sich am Ende fragt: “Wozu das alles?”

Peter kennt die Antwort. “Zeit für ein Spielchen”, flüsterte er und blinzelte [den Sternen] zu.

Bilder von hier, hier und hier.

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