“Der Kinderdieb” – BROM

Titel: “Der Kinderdieb”
Autor: BROM
Seiten:  648
Rating: 4.5/5 ★

Wenn dich Peter Pan vor den Alpträumen der Realität rettet und dir im gleichen Atemzug eine neue Welt voller Abenteuer verspricht… Es gibt mehr verlorene Kinder, als man glauben mag.

 Eine Nacherzählung? Nein, definitiv nicht.

“Leise wie ein Schatten streift ein merkwürdiger Junge durch die Straßen von New York. Er nennt sich Peter und ist auf der Suche nach Kindern und Teenagern, die dringend Hilfe brauchen. Peter rettet sie und bietet ihnen an, sie in sein magisches Reich zu führen, in dem niemand je erwachsen werden muss. Doch er verrät ihnen nicht, dass dieses Land im Sterben liegt und dort nicht nur magische Geschöpfe und das Abenteuer ihres Lebens auf sie warten, sondern auch größte Gefahr… ”

Meinung

Hier scheiden sich die Geister und ich kann das absolut nachvollziehen. Das Cover hält auf jeden Fall was es verspricht. Die Geschichte ist nicht süß, niedlich und voller Hoffnung, im Grunde ist sie zerstörerisch, spricht von Kampf, Verlust, Grausamkeit, Gewalt und wie viel man bereit ist für etwas das tief in einem verwurzelt ist zu riskieren.

Peter Pan – hier nur Peter, wurde schon als Kind von seiner menschlichen Mutter verstoßen, denn er hatte spitze Ohren und schien anders als die anderen Kinder. Doch statt im Wald zu sterben, überlebt er und kaum, dass er sechs Jahre alt geworden ist, scheint er schon Grausamkeit und Gewalt zur Genüge gesehen zu haben.
Auf Avalon findet er seine Bestimmung – der “Dame” zu dienen (unten rechts), die den kleinen Peter mit ihrem verlorenen Sohn vergleicht. Diese Welt ist geprägt von Magie, von Zauberei und von einer alten Regentschaft der Kinder der Götter gestützt auf Elfen, Trolle und was es noch alles gibt.
Warum also die verlorenen Kinder?

Das alles erfährt man erst im Laufe der Geschichte und bis zum Ende hin ist es erschreckend.
Nick, ein “verlorener Junge”, den Peter durch den Nebel geführt hat, scheint als Einziger nicht wirklich angetan von dem Jungen zu sein, der ihn auf die magische Insel geholt hat. Denn ihm wird schnell klar, das ist keinesfalls ein Traumland, nein, in Wirklichkeit kämpfen die “Teufel”, wie sie sich nennen, ums Überleben der Insel.

Das ganze Buch über war ich hin- und her gerissen. Es ist so schwer festzustellen was “richtig” und was “falsch” ist. Tatsächlich hat jede Seite Gründe, warum sie tut was sie tut und Nick ist der Einzige, der allem grundlegend misstraut. Hinter diesem Buch steckt so viel mehr als ein zauberhafter Ausflug in ein Land wo niemand altert, hier wird wirklich ein Krieg gefochten, aber an mehreren Fronten.

Das Nachwort des Autors hat mich zum Nachdenken angeregt. Er schrieb, dass die ungekürzte Fassung von “Peter Pan” tatsächlich schwarze Züge an sich hatte. Kinder, die scheinbar zu alt wurden, hätte Peter “ausgejätet.” Hier hat er Recht, was soll das bedeuten?! Diese Version hat ihren eigenen Peter und beschreibt tatsächlich, wie Kinder reagieren, die entführt und auf brutalste Weise kämpfen und sterben.
Ich kann es nur jedem ans Herz legen, auch wenn man sich am Ende fragt: “Wozu das alles?”

Peter kennt die Antwort. “Zeit für ein Spielchen”, flüsterte er und blinzelte [den Sternen] zu.

Bilder von hier, hier und hier.

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“Stardust” – Neil Gaiman (Book vs. Movie?)

Titel: Stardust
Autor: Neil Gaiman
Sprache: Englisch
Seiten: 148
Rating: 4/5 ★

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Inhalt

“Hopelessly crossed in love, a boy of half-fairy parentage leaves his mundane Victorian-English village on a quest for a fallen star in the magical realm. The star proves to be an attractive woman with a hot temper, who plunges with our hero into adventures featuring witches, the lion and the unicorn, plotting elf-lords, ships that sail the sky, magical transformations, curses whose effects rebound, binding conditions with hidden loopholes and all the rest.”
by Goodreads


Meinung

Vorweg sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich vorbelastet bin: Ich habe den Film gefühlte 1000 Mal gesehen und liebe ihn noch immer wie beim ersten Mal! Deswegen waren meine Erwartungen auch entsprechend.
Ich fange mal von vorne an – Tristan ist tatsächlich ähnlich beschrieben wie im Film, der arme, nette Trottel, der sich in das schönste Mädchen in “Wall” verguckt hat (allerdings ist sie hier keine ordinäre Zicke wie im Film, sondern tatsächlich dem Tristan zumindest manchmal überlegen).

Wer den Film gesehen hat und sich die gleiche Handlung erhofft, wird natürlich enttäuscht sein. Warum schreibe ich natürlich? Mir hätte von Anfang an klar sein sollen, dass der Film natürlich nur eine Adaption ist, wobei ich ihn sogar plottechnisch weiterentwickelter finde als das Buch *hastig-in-Deckung-geh*.

Normalerweise bin ich diejenige, die jede Buchverfilmung verdammt, denn ein Film kann nie an die Bücher heranreichen (Außer bei Stephenie Meyers “Seelen”. Den fand ich bei Weitem besser als das Buch.). Es gibt natürlich Ausnahmen und dazu zählt Stardust.

Während es Buchs (ein altes, abgegriffenes Exemplar mit vergilbten Seiten, das mir ein Kommilitone geliehen hat – himmlisch. Ich liebe zerlesene Bücher! – keine Ironie!) hab ich mir mehr Tiefe gewünscht, Tiefe im Sinne von Gefühlen. Alles wurde erzählt wie ein Märchen, dabei kommt man den Figuren nur so nah wie es im Märchen von Aschenputtel, den zertanzten Schuhen oder eben Rotkäppchen eben möglich ist. Man bleibt ein wenig außen vor.

Aber vielleicht ist gerade das die Besonderheit – es ist ja ein Märchen, ein Märchen erzählt über einen jungen Mann, der auszog seiner Angebeteten den vom Himmel gefallenden Stern zu holen. Wenn das nicht märchenhaft klingt, dann weiß ich auch nicht.

Sich diesen “Klassiker” mal durchzulesen kann ich jedem nur empfehlen.
Auch wenn mir der Film mit mehr Wendungen und Abenteuern ein wenig besser gefallen hat. (Haut mich doch.)

Franzi packt aus! #BookHaul

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Kennt ihr das, wenn ihr einfach irgendwann nur noch durch die Bücherei wandert und tatsächlich mehr oder weniger wahllos die (historischen) Bücher einpackt weil alle Fantasy-Bücher schon von mir gelesen wurden ?
Meine Mutter hat sich tatsächlich die ersten zwei Minuten geweigert mir die Terrassentür aufzumachen, weil der Bücherturm in meinen Armen bedenklich schwankte. Ja, ich doofe Nuss hatte vergessen diese sehr, sehr nützlichen Dinge namens “Beutel” mitzunehmen.

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Um mal vorneweg ehrlich zu sein: Ich war einfach erleichtert, mal wieder festen Einband unter meinen Fingern zu spüren. Ja, genau, Studenten können sich nur ebooks oder softcover leisten.
Diese Schätze konnte ich erbeuten (bzw. habe ich einfach eingepackt!), während mir die Bibliothekarinnen mit großen Augen zusahen (Das war eher der Tatsache verschuldet, dass ich seit September 2014 nicht mehr in unserer Stadtbücherei war weil … naja. Keine Zeit?)

Und damit ihr auch sehen könnt, was ich da einfach eingepackt habe, hier nochmal alles in “ordentlich”.
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Man bemerke, wie gekonnt ich den Lichtschimmer meiner Lampe in den laminierten Covern eingefangen habe, hach, ist das nicht wunderschön? …. Ich wünschte, die Sonne wurde scheinen, dann könnte ich auch vernünftige Fotos machen!

Meine Bibliothekarin meine ist es nicht, aber das sagt man ja so hat mir die Reihe von Robert Lyndon empfohlen, davon habe ich die ersten beiden auch mitgenommen.
Teil I : “Der Thron der Welt”
 Teil II: “Schwert und Feuer”

Kai Meyers “Phantasmen” hatte ich noch nicht gelesen, einfach weil ich mir für das Buch zu geizig war. Traurig. Aber jetzt kann ich endlich aufholen und bin wieder auf dem neusten Stand (by the way: Kai Meyer schreibt auch tolle historische Romane!)

Die meisten werden sich durch den Titel von Mikael Bergstrands Buch “Der 50-jähriger, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte” wohl ebenso sehr an “Der 100-jährige, der aus dem Fenster steig und verschwand” erinnert fühlen. Und nein, es ist nicht der gleiche Autor. Ich werde dem Buch einfach wegen dem Titel trotzdem eine Chance geben.

Die letzten drei Bücher sind allesamt historisch. Gonzalo Giners “Die Heiler der Pferde” (ich bin nicht so mit Pferden, aber hier gehts ja auch nicht nur um Pferde, sondern um die spannende Geschichte des jungen Diego de Malagon!), Kader Abdolah’s “Der König” (Ein Schah im Konflikt mit Entwicklung und Tradition im Iran) und Dagmar Trodlers “Die Waldgräfin” – allesamt Bücher, die ich nur nach dem Überfliegen des Klappentextes eingepackt habe.

Habt ihr irgendwas davon schon gelesen oder wollt ihr das vielleicht noch? Ich freue mich immer über Anmerkungen und Gedanken 😉

Wie ist das passiert?! – Liebster Award Nomination


Da scrolle ich noch durch Youtube, nicht ahnend, was mir als nächstes bevorsteht. Mich erreicht ein “Ich hab dich für den Liebster-Award nominiert MUHAHAHAH”. Ja. Dann sehe ich es. *DAMDAMDAAAAM*
Tatsächlich hat die manisch behin… verrückte laurabelle mich für diesen Award nominiert. Hier nochmal ein dickes Dankeschön! ❤

Okay, 11 Fragen, 11 Antworten heißt ihr Post. Na, dann wollen wir mal.

1) Warum hast du deinen Blog gestartet?
… wahrscheinlich sollte ich hier irgendwas Tiefgründiges schreiben, leider fällt mir nur ein “Weil ich Lust dazu hatte” ein. (Außerdem freue ich mich immer neue Leute kennen zu lernen, Gleichgesinnte, wenn man so will)

2) Langschläfer oder Frühaufsteher?
Langschläfer. Vielschläfer.

3) Was magst du eher? Frühling, Sommer, Herbst oder Winter?
SOMMER!!! SOMMER, SOMMER, SOMMER! Ich werd schon wieder aggressiv, wenn ich nur nach draußen schaue. Ich hab die Nase voll von klirrend kalt und nicht mal Schnee!

4) Wer ist dein Vorbild?
Das ist schwierig. Diese Frage finde ich immer sehr, sehr schwer zu beantworten. Aber wenn ich jemanden wirklich, wirklich fantastisch finde, dann ist das Emma Stone! Abgesehen davon, dass sie eine galaktisch-talentierte Schauspielerin ist und Jimmy Fallon in jedem Lip-Sync-Battle schlägt, bleibt sie trotzdem bodenständig und unfassbar witzig!

5) Was war dein Berufswunsch als Kind?
 Ich wünschte, ich könnte was Cooles sagen, wie “Astronaut” oder “Telefonhörerdesinfizierer”, aber erst wollte ich Arzt, dann Schauspieler oder Comedian werden. (Diese Träume sind glücklicherweise in der Grundschule, spätestens aber in der 10. Klasse kümmerlich vertrocknet)

6) Was ist dein Lieblingszitat?
Oh Gott.
Das ändert sich mit jedem Buch. Momentan ist es das die Frage Arthur Dent’s aus “Per Anhalter durch die Galaxis”, denn diese Frage habe ich mir schon oft gestellt.

“Would it save you a lot of time if I just gave up and went mad now?”

7) Wenn ich ein Tier wäre, dann wäre ich…
eine Hummel. Die sehen so schön flauschig aus. Außerdem finde ich, Hummeln werden unterschätzt.

8) Was war dein schönster Urlaub?
Bisher war das letzten Sommer, der Urlaub mit meinen Freunden in Sylt. Campen zwischen Mercedes, Audi und BMW und einem wunderschönen Strand und ganz viel Sonne.

9) Hand auf’s Herz – wer ist dein Celebritycrush?
Ryan Gosling. Oh ja.

10) Welche drei Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?
Menschen! Gute Güte, allein zu sein ist auf Dauer sehr langweilig. Darf ich dann nur drei Leute mitnehmen? Oder ich nehme Leute mit und zwei weitere Sachen. (Ich schummel jetzt sehr dezent). Dann würde eine verzauberte Tasche mitnehmen, aus der ich unendlich viele Bücher ziehen kann und einen magischen Kühlschrank, der nie leer wird.

11) Beschreibe dich mit einem Wort!
“Hä?”

Da ich diesen Award sehr gerne weitergeben möchte, nominiere ich

Eni, deren Blog ich seit geraumer Zeit verfolge ;D

Meine 11 Fragen an dich:
1. Was für Leute möchtest du mit deinem Blog erreichen?, 2. Was ist dein Lieblingsessen?, 3. Welches Buch hat dich zuletzt beeindruckt?, 4. Hund oder Katze?, 5. Hau raus, was ist dein Lieblingszitat?, 6. Eine einsame Insel und du kannst nur drei Leute mitnehmen, welche wären das?, 7. Den letzten Film, den du im Kino gesehen hast?, 8. Was für einen Ort möchtest du noch unbedingt sehen?, 9. Hast du eine peinlich-lustige Geschichte zu erzählen?, 10. Was macht dir am meisten Spaß?, 11. Stift und Papier oder Sandwich und Fernseher?

Aber auch alle anderen, die das lesen, wenn ihr mitmachen wollt, dann übernehmt einfach das Logo (oben) und beantwortet meine 11 Fragen! Je mehr Leute mitmachen, desto besser! 😀

Gif via here and here

Die Känguru Offenbarung #3 von Marc-Uwe Kling

10/10 ★

Achtung! Wer das Känguru Manifest noch nicht zu Ende gehört hat (denn davon gehe ich stark aus) und Spoiler vermeiden will (in Bezug auf das Manifest), der möge erst bei (2) weiterlesen und den ersten Teil überspringen!

(1) Nachdem das Känguru in den Untergrund abgetaucht ist, frönt Marc-Uwe ein eher einsames Dasein. Selbstgespräche drohen seinen Alltag zu übernehmen – doch dann: Eine Nachricht. Mit telefonisch unterdrückter Stimme ruft jemand bei ihm an.

“Für Frieden und Sozialismus! Sei bereit!”, sagt eine sehr tiefe elektronisch verstellte Stimme und legt auf.
Ich nehme das andere Telefon und rufe die angezeigte Nummer zurück.
“Äh … ja?”, fragt die elektronisch verstellte Stimme.
“Bist du das?”, fragte ich.
…………………………………. “Nein.”
“Beuteltier!”
…………………………………. “Nein.”

Das Känguru ist wieder aus dem Untergrund aufgetaucht (“Der Untergrund ist, wo ich bin”) und muss sich nun inkognito herumtreiben, d.h. es packt sich die schrulligsten Verkleidungen zusammen und das Schlimme daran ist, dass es tatsächlich funktioniert.
Es ist gekommen, weil sein Widersacher verschwunden ist.

(2) Ganz richtig! Der Pinguin ist verschwunden und nun beginnt die abenteuerlichste Hetzjagd um die ganze Welt. Wir treffen immer mal wieder auf alte Freunde, wie Otto von oder Friedrich Wilhelm (der allseits beliebte psychisch etwas geschwächter Psychiater) und Freunde aus dem Asozialen Netzwerk. Und Hertha (die nun einen hippe Untergrundkneipe bei sich zuhause betreibt).

Der Pinguin ist weg und das Känguru ist überzeugt, etwas sehr, sehr Faules ist im Gange. Dabei jagen sie den Spuren durch die ganze Welt hinterher und treffen auf die alte Band des Kängurus “Krankenhaus” (die einen sehr eigentümlichen Musikstil pflegen) oder auch auf sehr, sehr typisch-deutsche Backpacker (“It’s totally awesome! … And … you know?”).

Hier kommen auch dunkle Geheimnisse des Kängurus über seine Zeit beim Vietcong zu Tage und trifft es in Australien auf weitere Kängurus, die … genau so seltsam wie unser Känguru sind, allerdings doch ein wenig anders (absolut nichtssagende Zeile, aber ich will wirklich nicht viel vorneweg nehmen).
Fast schon grandios wird entlarvt, wie das mit den Ratingagenturen funktioniert, denn der alte Mann, der einfach nur das brummt, was er auf dem Grund seines Bierglases sieht, wird plötzlich die Quelle jedes Ratings! (Wie ist solch ein Wahnsinn nur möglich? Ach, ich vergaß. Finanzmärkte)

Außerdem entpuppt sich das Känguru als Liebhaber des “Fantasy-Scheiß'” und hat in “Die Wunderhure” von “Wenzel R. R. Skowronek” einen anbetungswürdigen Schriftsteller gefunden. (Auf der Schnitzeljagd landen sie auch kurz bei der Verfilmung dieses Werkes mit dem “Riesenzwerg” Ülf (1,80m groß)). Dass das Känguru ihm zwar vorher einige Meter Bücher verkauft, da dieser nur leerstehende Bücherregale hat und gerne gebildet erscheinen möchte, hat es einige Sekunden nach der Enthüllung schon wieder vergessen.

Jörn (oder war es Jörg?) Dwix taucht ebenfalls wieder auf (dieses Mal alias Guttenberg der Zweite, aber was ich damit meine, könnt ihr euch ja selbst anhören) und auch unsere geliebte Moderatorin Julia Müller, die am Anfang der Geschichte zum zweiten Mal den Buchpreis der Ullstein-Buchverlage verleiht (und das eher weniger gekonnt). Apropos Buchpreise: Wollt ihr wissen wie Marc-Uwe Kling reagiert, als der plötzlich auch noch dotierter Preis, den er zuvor im zweiten Teil mit den Worten “Ich lehne diesen Preis ab … weil es kein Geld dafür gibt” ablehnte, jetzt nicht an ihn, sondern an “Luis, der lustige Leguan” aus der Kindertagesstätte “Sümpfe der Traurigkeit” geht? Ihr kennt die Lösung zu dieser Wissenslücke ja bereits.

Doch dann: Das Känguru und Marc-Uwe Kling machen eine fantastische Entdeckung (abgesehen davon, dass das Känguru seekrank ist): Sie erkennen den Plan des Pinguins. Besser gesagt: Sie erkennen den Plan der ganzen Herde an Pinguinen, die nichts anderes vorhaben als … ? Nein, nein, wer das wissen möchte, muss sich das schon selbst anhören – ein kleiner Tipp: Das alles basiert auf einem riesigen Komplex dieser flugunfähigen Vögel. Die Jagenden werden zu Gejagten und retten zwischendurch noch ein süßes Pinguin-Küken, das das Känguru von “Sabine” (Marc-Uwe’s Wahl) zu “DER SCHREDDER” umtauft.

Ob der Plan schlussendlich vereitelt wurde und wie die ganzen Anit-Terror-Anschläge des Asozialen-Netzwerks ausgingen, das alles und noch viel mehr erfahrt ihr in diesem absolut gelungenen und lachhaft fantastischen Abschluss dieser phänomenalen Reihe!

Hier habt ihr nochmal ein kleines Misch-Masch aus “Manifest” und “Offenbarung”. Wer die vorherigen Posts nicht gelesen hat, kann hier gemütlich einsteigen und auf den Geschmack kommen.

… und wer die Känguru-Chroniken oder das Känguru-Manifest nochmal nachlesen möchte, kann das gerne tun!

Euch allen ansonsten noch einen wunderbaren lernfreien Sonntag!

Das Känguru Manifest #2 – Marc Uwe Kling

10/10 ★

Da sind wir, angekommen an dem Teil des Hörbuchs den wahrscheinlich kaum einer meiner Freunde mehr mit mir hören möchte, weil ich wie bei jedem Fluch der Karibik-Film mitsprechen kann. Das nennt man wahrscheinlich exzessiven Überkonsum, aber sicher bin ich mir nicht.

>Die Geschichte um Marc-Uwe Kling und das Känguru verdichtet sich, denn das Känguru konnte nun endlich beweisen, dass der Pinguin (erinnert ihr euch? Der neue Nachbar aus Teil Eins?) sein Antagonist ist. “Irgendetwas ist verdammt fischig an diesem falschen Vogel”, sagt das Känguru.*, denn ihm stinkt der neue Nachbar mit einem festen Job, seiner Pünktlichkeit und seiner kompletten Gegenteiligkeit (oh, ein Neologismus höhö) zum Känguru total.
Das hat zwar Marc-Uwes Agent erst festgestellt, nachdem er den beiden erklärt hatte, dass sich Vetrieb und Lektorat einig waren das Buch nicht “Hitler Terror Ficken” zu nennen, obwohl das ein recht Verkauf fördernder Titel sei. Er findet den Pinguin als Antagonisten nicht gut!
“Da können wir ja ‘nen Club aufmachen!”, sagt das Känguru.*

Wir treffen auch auf “Hertha”, die eine kleine Eckkneipe betreibt und die Menschen mit ihrer Weisheit beglückt. “Arbeiten macht Spaß aber 80 Stunden Spaß kann ich einfach nicht vertragen, wa?”, sagte Herta.* Während Marc-Uwe Kling dem eher ein wenig gequält gegenüber steht, hat das Känguru die Kunst perfektioniert Hertha dermaßen mit ihren eigenen Sprüchen zu bombardieren, dass sie schließlich das totale Argument auspackt: “Du denkst du bist hart, aber ich bin härter!”, sagt Hertha.*

Hier kommt die Storyline ein wenig in Fahrt, denn wir werden bei den “Buchpreisen der deutschen Ullstein-Buchverlage” auf Jörn Dwix treffen, dem Banker, der seinem Zwillingsbruder Jörg Dwix (Asylrichter, genannt Richter Schadenfroh (Ablehnungsrate: 100 %)) die Kampagne seiner Partei finanziert. Während sich das Känguru und Marc-Uwe daran erproben, wer am besten Leute beleidigen kann, ohne dass es diese merken, wird nun immer deutlicher, dass die Dwix-Brüder mit ihrer neuen Partei und der Kampagne für mehr Arbeit eine etwas andere politische Richtung anschlägt (das geht dann bis zur Ausweisung, wenn jemand nicht produktiv ist. Hardcore.)
Kein Wunder, dass ihm das Känguru bei der Weltansicht ans Bein pinkelt. Wortwörtlich.
Julia Müller (“la vache qui rit”, “Die Kuh, die lacht”) beeindruckt das Känguru und Marc-Uwe nicht nur mit ihren ausgefeilten Moderationsskills (“… und der Preis in der Kategorie Buch mit sprechenden Tier geht an … Marc-Dieter Kling!”*), sondern mit ihrer zitatwürdigen Lache. Ohne Witz, einmal gehört, wie Marc-Uwe Kling diese Moderatorin vertont, wird es der running gag.

Das Känguru stellt später Marc-Uwe die zwei türkischstämmigen Deutschen “Otto von” und “Friedrich Wilhelm” vor, während sie gegen eine Kundgebung von Dwix demonstrieren. “Unsere Eltern haben es ein bisschen übertrieben mit dem Integrationswillen”, sagt Friedrich Wilhelm.* Die beiden werden das Känguru und den Kleink… Künstler noch eine Weile begleiten.

Jetzt das fulminante Finale: Der Boxclub bzw. später das “Asoziale Netzwerk”, das das System Deutschlands mit ihren “Anti-Terror-Anschlägen” den Atem raubt. Jeder kann sich selbst einen Rang oder Titel geben, der aber keinerlei Bedeutung hat. Es gibt keine Hierarchie. (Das Känguru als “Commandante”, Marc-Uwe als “Herr Hauptmann” und noch mehr wunderliche Gestalten wie “Gott”, “Der Messias” oder auch “der Vorstandsvorsitzender”)
Während das Känguru die bürgerlichen Kategorie “meins” oder “deins”, “wichtig” oder “nicht wichtig” für absolut 20. Jahrhundert erklärt hat, offenbart es die wirklich wahre Kategorie des 21. Jahrhundert: WITZIG oder NICHT WITZIG!

Wie der Kampf gegen die “Mehr Arbeit”-Initiative und das “Amt für Produktivität” ausgeht, könnt ihr selbst … nachlesen oder anhören (ANHÖREN!!).

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Die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling

9/10 ★

Die Geschichte ist einfach, weil es eigentlich kaum eine Geschichte ist sondern in sehr vielen Kapiteln eingeteilte kleine Geschichten sind. (Macht dieser Satz überhaupt Sinn?)

Marc-Uwe Klingt ist Küns – nein, Kleinkünstler und lebt in Berlin. Eines Tages klingelt bei ihm ein Känguru und bittet ihn um Pfanne, Milch, Mehl, Eier und bringt Marc-Uwe schließlich dazu, auch noch für die Füllung der Eierkuchen einkaufen zu gehen (“Aber nicht bei LIDL!”, schreit mir das Känguru noch hinterher.*)

Die beiden kommen sich im Laufe der paarundachtzig Geschichten immer näher und während das Känguru testet, ob Marc-Uwe auch den richtigen Musikgeschmack hat (“Mögen Sie Nirvana?” – “Die Band?” …. “Nein, das Jenseits. Natürlich die Band.”*) werden die Lachmuskeln auf das Brutalste gereizt.
Das ist dann der Moment, in dem man sich entscheiden muss: Lache ich jetzt lauthals in der Sbahn los oder versuche ich es zu unterdrücken, so dass man denkt ich hab Verstopfungen?

>Dabei prägt dieses Wunderwerk an Genialität Wörter wie “Tütensuppentotalitarismus” oder Ausrufe wie “Alles Hähnchen”! Am Besten bleibt aber noch die Devise “Lieber fünfmal nachgefragt, als einmal nachgedacht!”*. Dieser Roman glänzt mit Satire und politischer Witzigkeit (dass ich das je schreibe, erschien mir unmöglich!).

Das Känguru entpuppt sich als leidenschaftlicher Kommunist mit einer Vorliebe für Schnapspralinen. Es ist natürlich auch bei der “Jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung für eine gerechte Weltordnung, für Brot für alle und die Ächtung des sogenannten Musikfernsehen e.V.” und bringt mit seiner großen Klappe nicht nur einmal Marc-Uwe Kling in Schwierigkeiten. Seine Abneigung gegen Ikea fördert das Einkaufen von Teppichen nicht wirklich und bei McDonalds einen “Whopper” statt eines Hamburgers zu bestellen bringt die armen Bediensteten auf die Palme.

Marc-Uwe Kling merkt nach einiger Zeit, dass er die Schnapspralinen des Kängurus nicht ungestraft verstecken kann (er hatte es nur gut gemeint), denn kaum merkt es, dass seine Leibspeise fehlt, malträtiert es den Künstler mit “Pseudo-witzige-Wortverdrehungen”*, die er zutiefst hast.
“Du weißt, dass mir pseudo witzige Wortverdrehungen physische Schmerzen bereiten!”
– “Wie was zum Bleistift?”, fragt das Känguru*

In Kapitel 44 lernen wir Klings wunderbaren Psychater kennen, der kaum etwas anderes sagt als “ahaaaa” … und “dieses Känguruuuu” (genial vertont von Kling persönlich!). Denn er nimmt an, dass das Känguru nur ein Hirngespinst Marc-Uwes ist.
Die Reaktion, wenn er das Känguru endlich trifft ist superb. Marc-Uwe will eigentlich nur über die “latente Gewaltbereitschaft*” des Kängurus reden und das mit einem unparteiischen Schiedsrichter.
“Ist mir unklar, wie der unparteiisch sein soll, wenn du den bezahlst!”, sagt das Känguru*.

Kurz vor Schluss kommt auch noch ein neuer Nachbar ins Spiel – der Pinguin von gegenüber. DER Antagonist des Kängurus. Was es mit ihm auf sich hat, erfährt man im zweiten Teil der Reihe.

Hier ist alles noch ein wenig “ungegliederter”, denn die richtige “Handlung-Handlung” etabliert sich erst in Teil Zwei! Tatsächlich denke ich, dass es Allgemeinbildung ist, diese Meisterwerke zu kennen, denn man lernt dadurch Einiges und manche Sprüche wird man wohl mit ins Grab nehmen, so gut sind die. Kriegt von mir “nur” 9 Sterne, weil ich ja weiß, wie sehr es sich von Teil zu Teil steigert (dabei dachte ich nach dem ersten Teil ist das nicht mehr möglich!)

“Dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft”, sagte das Känguru.*

*alle mit einem Sternchen markierte Stellen sind Zitate aus den “Känguru-Chroniken” und deren Eigentum liegt nicht bei mir