Gonzalo Giner – “Der Heiler der Pferde” (Historisch)

3/5★
Hach, ich danke dir, du wunderbare kleine, hinterherhinkende, aber jetzt wieder mit neuen Büchern bestückte Stadtbücherei Maintal! Wer sich meinen #BookHaul angeschaut hat, konnte deutlich sehen, dass ich irgendwann nur noch scheinbar wahllos aus dem “Historisch”-Regal Bücher eingepackt habe.
Und hier ist eines davon, das sowohl seine Stärken, aber auch seine Schwächen hat.
Aber zuerst beginnen wir ganz gesittet von vorne.

Titel: Der Heiler der Pferde
Autor: Gonzales Giner
Erscheinungsjahr: 2008
Seiten: 671

Zusammenfassung

“Kastilien 1195. Machtlos muss der 14-jährige Diego von Malagón zusehen, wie die arabischen Almohaden seine Familie brutal überfallen.
Mit letzter Kraft gelingt ihm auf Sabba, seiner Araberstute, die Flucht nach Toledo. Dort erregt seine Gabe, mit Pferden zu sprechen, die Aufmerksamkeit des muslimischen Pferdeheilers Galib. Er nimmt Diego als Lehrling an, führt ihn in die Grundkenntnisse des Heilens, das medizinische Wissen und die arabische Sprache ein.
Erneut muss Diego fliehen, diesmal einer Frau wegen. Seine Abenteuer führen ihn mitten in die politischen Konflikte der spanischen Reiche und zwingen ihn immer wieder zu Flucht und Neuanfang.
Seinen Traum vergisst er jedoch nie: Mit dem Glück des Mutigen kämpft er um seine Berufung und die Erfüllung seiner großen Liebe” (via hier)

Meinung

Junger Kerl, der einsam in den Wirren der Vergangenheit um seine Zukunft kämpft (+ die Erwähnung seiner großen Liebe) – gebongt, dachte ich mir. Tatsächlich hat mir die Geschichte auch sehr gut gefallen, der Schreibstil war genau so, wie ich ihn mir für einen historischen Roman gewünscht hätte.
(An alle da draußen, die denken, historische Romane sind nur für Geschichte-Nerds. Gar nicht wahr. Die sind genau so geschrieben wie Fantasybücher oder gute Romane, die Geschichte spielt halt nicht in einer anderen Welt, nur in einer anderen Zeit. Also: Probierts aus!)
Ich mochte Diego, genau so sehr, wie ich seine Triebe gehasst habe. Er bandelt ein bisschen mit der schönen Sarazenen-Frau seines Meisters an und das nur, weil er seine pubertären Hormone nicht unter Kontrolle hat (und sie ist ‘ne totale +#&%§2 !). Mir war das von Anfang an unsympathisch. Allerdings macht er das durch Scharfsinn, Lerneifer und seine restlichen Charakterzüge (meistens) wett.
Auch seine große Liebe, Mancia, ist jetzt auch nicht gerade eine Frau, die ich ihm wünschen würde. Keine Ahnung, ob es daran liegt, dass ein Mann diese Geschichte geschrieben hat, aber die Frauen generell wirken in diesem Buch etwas platt. Langweilig. Und nervig.
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Aber das ist nur mein Empfinden, natürlich war damals noch nicht so sehr Emanzipation angesagt, aber irgendwie hab ich mich mehr mit dem jungen Diego verbunden gefühlt als mit irgendeiner dieser Frauen.
Die Geschichte ist geprägt von ‘ner Menge Rückschlägen (und von Resignationsanfällen, wenn einem wieder vor Augen geführt wurde, wie besch***rt die Menschen im 12 Jahrhundert waren. Sorry. Aber da kommt eine Krankheit und natürlich ist es GOTTES STRAFE! .. Ich weiß, es ist ja genau so gewesen, aber darüber aufregen muss ich mich jedes Mal. Zum Glück gab’s hier keine Hexenverbrennung.).
Aber Diego findet seinen Weg und letztendlich haben mir diese knapp unter 700 Seiten den Schlaf geraubt, weil ich unbedingt wissen musste, wie’s ausgeht. (Auch wenn mich die Liebesgeschichte noch immer nicht überzeugt hat) Aber es hat nach ca. 200 Seiten angefangen stark nachzulassen. Tja. an Rebecca Gablé kommt keiner dran.

Also alles in allem (trotz komischer Frauen-Charaktere und den Aussetzern von Diego) 3/5★

PS: Wer wirklich mal mit historischen Romanen einsteigen und sich definitiv nicht die Finger verbrennen will, der wähle Rebecca Gablé. Am besten ihre Bücher über die Rosenkriege. SUPERB. 

Die Känguru Offenbarung #3 von Marc-Uwe Kling

10/10 ★

Achtung! Wer das Känguru Manifest noch nicht zu Ende gehört hat (denn davon gehe ich stark aus) und Spoiler vermeiden will (in Bezug auf das Manifest), der möge erst bei (2) weiterlesen und den ersten Teil überspringen!

(1) Nachdem das Känguru in den Untergrund abgetaucht ist, frönt Marc-Uwe ein eher einsames Dasein. Selbstgespräche drohen seinen Alltag zu übernehmen – doch dann: Eine Nachricht. Mit telefonisch unterdrückter Stimme ruft jemand bei ihm an.

“Für Frieden und Sozialismus! Sei bereit!”, sagt eine sehr tiefe elektronisch verstellte Stimme und legt auf.
Ich nehme das andere Telefon und rufe die angezeigte Nummer zurück.
“Äh … ja?”, fragt die elektronisch verstellte Stimme.
“Bist du das?”, fragte ich.
…………………………………. “Nein.”
“Beuteltier!”
…………………………………. “Nein.”

Das Känguru ist wieder aus dem Untergrund aufgetaucht (“Der Untergrund ist, wo ich bin”) und muss sich nun inkognito herumtreiben, d.h. es packt sich die schrulligsten Verkleidungen zusammen und das Schlimme daran ist, dass es tatsächlich funktioniert.
Es ist gekommen, weil sein Widersacher verschwunden ist.

(2) Ganz richtig! Der Pinguin ist verschwunden und nun beginnt die abenteuerlichste Hetzjagd um die ganze Welt. Wir treffen immer mal wieder auf alte Freunde, wie Otto von oder Friedrich Wilhelm (der allseits beliebte psychisch etwas geschwächter Psychiater) und Freunde aus dem Asozialen Netzwerk. Und Hertha (die nun einen hippe Untergrundkneipe bei sich zuhause betreibt).

Der Pinguin ist weg und das Känguru ist überzeugt, etwas sehr, sehr Faules ist im Gange. Dabei jagen sie den Spuren durch die ganze Welt hinterher und treffen auf die alte Band des Kängurus “Krankenhaus” (die einen sehr eigentümlichen Musikstil pflegen) oder auch auf sehr, sehr typisch-deutsche Backpacker (“It’s totally awesome! … And … you know?”).

Hier kommen auch dunkle Geheimnisse des Kängurus über seine Zeit beim Vietcong zu Tage und trifft es in Australien auf weitere Kängurus, die … genau so seltsam wie unser Känguru sind, allerdings doch ein wenig anders (absolut nichtssagende Zeile, aber ich will wirklich nicht viel vorneweg nehmen).
Fast schon grandios wird entlarvt, wie das mit den Ratingagenturen funktioniert, denn der alte Mann, der einfach nur das brummt, was er auf dem Grund seines Bierglases sieht, wird plötzlich die Quelle jedes Ratings! (Wie ist solch ein Wahnsinn nur möglich? Ach, ich vergaß. Finanzmärkte)

Außerdem entpuppt sich das Känguru als Liebhaber des “Fantasy-Scheiß'” und hat in “Die Wunderhure” von “Wenzel R. R. Skowronek” einen anbetungswürdigen Schriftsteller gefunden. (Auf der Schnitzeljagd landen sie auch kurz bei der Verfilmung dieses Werkes mit dem “Riesenzwerg” Ülf (1,80m groß)). Dass das Känguru ihm zwar vorher einige Meter Bücher verkauft, da dieser nur leerstehende Bücherregale hat und gerne gebildet erscheinen möchte, hat es einige Sekunden nach der Enthüllung schon wieder vergessen.

Jörn (oder war es Jörg?) Dwix taucht ebenfalls wieder auf (dieses Mal alias Guttenberg der Zweite, aber was ich damit meine, könnt ihr euch ja selbst anhören) und auch unsere geliebte Moderatorin Julia Müller, die am Anfang der Geschichte zum zweiten Mal den Buchpreis der Ullstein-Buchverlage verleiht (und das eher weniger gekonnt). Apropos Buchpreise: Wollt ihr wissen wie Marc-Uwe Kling reagiert, als der plötzlich auch noch dotierter Preis, den er zuvor im zweiten Teil mit den Worten “Ich lehne diesen Preis ab … weil es kein Geld dafür gibt” ablehnte, jetzt nicht an ihn, sondern an “Luis, der lustige Leguan” aus der Kindertagesstätte “Sümpfe der Traurigkeit” geht? Ihr kennt die Lösung zu dieser Wissenslücke ja bereits.

Doch dann: Das Känguru und Marc-Uwe Kling machen eine fantastische Entdeckung (abgesehen davon, dass das Känguru seekrank ist): Sie erkennen den Plan des Pinguins. Besser gesagt: Sie erkennen den Plan der ganzen Herde an Pinguinen, die nichts anderes vorhaben als … ? Nein, nein, wer das wissen möchte, muss sich das schon selbst anhören – ein kleiner Tipp: Das alles basiert auf einem riesigen Komplex dieser flugunfähigen Vögel. Die Jagenden werden zu Gejagten und retten zwischendurch noch ein süßes Pinguin-Küken, das das Känguru von “Sabine” (Marc-Uwe’s Wahl) zu “DER SCHREDDER” umtauft.

Ob der Plan schlussendlich vereitelt wurde und wie die ganzen Anit-Terror-Anschläge des Asozialen-Netzwerks ausgingen, das alles und noch viel mehr erfahrt ihr in diesem absolut gelungenen und lachhaft fantastischen Abschluss dieser phänomenalen Reihe!

Hier habt ihr nochmal ein kleines Misch-Masch aus “Manifest” und “Offenbarung”. Wer die vorherigen Posts nicht gelesen hat, kann hier gemütlich einsteigen und auf den Geschmack kommen.

… und wer die Känguru-Chroniken oder das Känguru-Manifest nochmal nachlesen möchte, kann das gerne tun!

Euch allen ansonsten noch einen wunderbaren lernfreien Sonntag!

Die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling

9/10 ★

Die Geschichte ist einfach, weil es eigentlich kaum eine Geschichte ist sondern in sehr vielen Kapiteln eingeteilte kleine Geschichten sind. (Macht dieser Satz überhaupt Sinn?)

Marc-Uwe Klingt ist Küns – nein, Kleinkünstler und lebt in Berlin. Eines Tages klingelt bei ihm ein Känguru und bittet ihn um Pfanne, Milch, Mehl, Eier und bringt Marc-Uwe schließlich dazu, auch noch für die Füllung der Eierkuchen einkaufen zu gehen (“Aber nicht bei LIDL!”, schreit mir das Känguru noch hinterher.*)

Die beiden kommen sich im Laufe der paarundachtzig Geschichten immer näher und während das Känguru testet, ob Marc-Uwe auch den richtigen Musikgeschmack hat (“Mögen Sie Nirvana?” – “Die Band?” …. “Nein, das Jenseits. Natürlich die Band.”*) werden die Lachmuskeln auf das Brutalste gereizt.
Das ist dann der Moment, in dem man sich entscheiden muss: Lache ich jetzt lauthals in der Sbahn los oder versuche ich es zu unterdrücken, so dass man denkt ich hab Verstopfungen?

>Dabei prägt dieses Wunderwerk an Genialität Wörter wie “Tütensuppentotalitarismus” oder Ausrufe wie “Alles Hähnchen”! Am Besten bleibt aber noch die Devise “Lieber fünfmal nachgefragt, als einmal nachgedacht!”*. Dieser Roman glänzt mit Satire und politischer Witzigkeit (dass ich das je schreibe, erschien mir unmöglich!).

Das Känguru entpuppt sich als leidenschaftlicher Kommunist mit einer Vorliebe für Schnapspralinen. Es ist natürlich auch bei der “Jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung für eine gerechte Weltordnung, für Brot für alle und die Ächtung des sogenannten Musikfernsehen e.V.” und bringt mit seiner großen Klappe nicht nur einmal Marc-Uwe Kling in Schwierigkeiten. Seine Abneigung gegen Ikea fördert das Einkaufen von Teppichen nicht wirklich und bei McDonalds einen “Whopper” statt eines Hamburgers zu bestellen bringt die armen Bediensteten auf die Palme.

Marc-Uwe Kling merkt nach einiger Zeit, dass er die Schnapspralinen des Kängurus nicht ungestraft verstecken kann (er hatte es nur gut gemeint), denn kaum merkt es, dass seine Leibspeise fehlt, malträtiert es den Künstler mit “Pseudo-witzige-Wortverdrehungen”*, die er zutiefst hast.
“Du weißt, dass mir pseudo witzige Wortverdrehungen physische Schmerzen bereiten!”
– “Wie was zum Bleistift?”, fragt das Känguru*

In Kapitel 44 lernen wir Klings wunderbaren Psychater kennen, der kaum etwas anderes sagt als “ahaaaa” … und “dieses Känguruuuu” (genial vertont von Kling persönlich!). Denn er nimmt an, dass das Känguru nur ein Hirngespinst Marc-Uwes ist.
Die Reaktion, wenn er das Känguru endlich trifft ist superb. Marc-Uwe will eigentlich nur über die “latente Gewaltbereitschaft*” des Kängurus reden und das mit einem unparteiischen Schiedsrichter.
“Ist mir unklar, wie der unparteiisch sein soll, wenn du den bezahlst!”, sagt das Känguru*.

Kurz vor Schluss kommt auch noch ein neuer Nachbar ins Spiel – der Pinguin von gegenüber. DER Antagonist des Kängurus. Was es mit ihm auf sich hat, erfährt man im zweiten Teil der Reihe.

Hier ist alles noch ein wenig “ungegliederter”, denn die richtige “Handlung-Handlung” etabliert sich erst in Teil Zwei! Tatsächlich denke ich, dass es Allgemeinbildung ist, diese Meisterwerke zu kennen, denn man lernt dadurch Einiges und manche Sprüche wird man wohl mit ins Grab nehmen, so gut sind die. Kriegt von mir “nur” 9 Sterne, weil ich ja weiß, wie sehr es sich von Teil zu Teil steigert (dabei dachte ich nach dem ersten Teil ist das nicht mehr möglich!)

“Dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft”, sagte das Känguru.*

*alle mit einem Sternchen markierte Stellen sind Zitate aus den “Känguru-Chroniken” und deren Eigentum liegt nicht bei mir

Altered #1 – by Jennifer Rush

3.5/5 ★

This book was a hard one. I’m so glad that Anna, the female protagonist, could turn the corner because I really wanted to like this book.

Summary

Anna lives with her Dad together (Mummy is dead) and works with him on scientific stuff. The creepy thing is that they nurture four boys, who are all living for about 5 years in their basement.
The mysterious Sam, Trev the calm one, the always hungry Cas (very high identification level!) and the grumpy Nick. While Anna gets along well with everyone, she is always scared by the furious Nick who obviously thinks that being held in a glass prison for 5 years isn’t that great, while Anna and her father are taking bloodsamples and testing their abilities.
(Anna always wonders why he hates her so much. Ehm, excuse me? Would you naturally become best buddies with your prison guard?)
Nevertheless she manages to be best friends with Trev and to bake herself into Cas’ heart (Chocolate Chip Cookies? Seriously?).
Of course, Anna is always asking herself what all these tests are for but her father won’t give her the answers and so she …. what? You thought she tries to find out the truth? No way, she’s just like “oh okay. Nevermind. Poor boys. Anna and her Dad are working for the “Branch” and sometimes this “Branch-guy” Connor visits. Or Riley. There are two guys but seem to me as one person being multiplied. Oh, and she’s in love with Sam, obviously.
After Sams managing a brilliant escape, Anna’s Dad begged them to take her with them because she would be punished as well for the outbreak.

Opinion

The first thing I have to say: Anna is freakin’ dumb sometimes. She can’t help it, I think.
Wait, I’ve saved the quote… Where is it? Ah, here:
(Situation: They have to steal a car to save their lives!) … and Anna is like:

“I just … I don’t know if I’m comfortable with all this.”
He gave me a look. “Now is not the time for your morality to make an appearance.” (Trev)

Her life is threatened by some Branch agents and all she can think about is …. I have no idea what she’s thinking. Maybe she wanted to run all the way to Lancaster (where they were headed) because she is totally working out every day in the lab?
That was the first time I rolled my eyes but nevermind, I still had hope. (This hope died soon enough but we’ll come to that later).
Okay, this story between Sam and Anna is interesting but I’m more interested in the question if Anna will become a bad ass in the near future, because this whiny and confused-acting girl isn’t made to be a main character in the story!
While Cas saves the story with his hilarious jokes and his steady hunger for any food, I hope, that something might accidentally kill Anna. No, just kidding.

In the beginning Anna mentioned that she had some combat lessons, so I had some hope she could defend herself. The funny thing is, while she totally failed the first few times … out of nowhere (the last 50 pages maybe) she was all hero-bad-ass-like. I haven’t seen that coming because it was really happening without a plausible reason!

However, I have complained enough. The story lives (thankfully) with the boys (she calls them “boys”. They are grown man with manipulated genes but nevermind. Boys fits just fine). The characters are authentic and funny (Cas, will you marry me?) and the style of writing is good as well.
There are enough suprising turns or new information introduced to the characters but while Anna is too dumb to figure at least something out on her own, Sam has to do all the work while she’s gaping at him to keep the reader interested.

Eventually, I’ll read the next two books, because Anna got herself together and I want to read some more about Cas, Nick and Trev. (Especially Cas … and the grumpy Nick. I might be the only one who like him … maybe because he’s is the only one giving everyone a hard time AND staying interesting. A very difficult combination if you think about it!)

Just, so that you have an example, here is how Cas works (constantly thinking of pizza and icecream. I love this guy!)

“We’re free!”
Nick sayin’ something grumpy!
“Awesome.” Cas rubbed his hands together. “Anyone have some marshmallows?”

Sure, I do.

If you liked this review please make sure to follow 🙂

Die Känguru-Reihe – Marc Uwe Kling INTRO

Hier muss man ganz vorsichtig sein – bei keinem Thema werde ich so subjektiv wie bei den Känguru-Chroniken, dem -Manifest und dem letzten Teil, nämlich der Offenbarung. Ich mag Hörbücher eigentlich gar nicht, aber diese drei verehre ich zu einem Grad, der schon an Fanatismus grenzt (ja, gäbe es eine Religion, die das Känguru verehrt, ich wäre dabei. Aber psst, es ist Kommunist und Religionen sind da ja eher unbeliebt!)

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Das hier ist als eine Art Intro gedacht. Da ich jedem dieser Meisterwerke wenigstens einen kleinen Blog-Eintrag widmen werde, warne ich hier einfach mal vor. Jeden Sonntag erscheint die nächsten drei Wochen immer die Rezension (bzw. die Lobhymne mit Begründung) auf eines der drei Hörbücher.
Und damit ihr jetzt schon was zu schauen habt, hier ein wunderbares Video von Marc-Uwe Kling, dem Poetry-Slam-Gott. (Ja, Zymny ist auch super, aber dazu kommen wir irgendwann mal…)

Der Nachtzirkus – Erin Morgenstern

 3/5 ★

Willkommen in der Welt des Nachtzirkuses, wo der Zuschauer ein Geheimnis unter vielen wird und den Schauplatz eines jahrzehntelang andauernden Wettstreites bestaunen kann.
Das ist ein sehr schwieriges Buch, da ich mich noch immer nicht entscheiden konnte, ob es nur gut oder besser ist.

464 Seiten, Taschenbuch 9.99 €
                                                                               Zusammenfassung

Celia und Marco sind außergewöhnlich. Sie können etwas, das andere nur erahnen. Man nennt es Magie, aber eigentlich ist es irgendwie mehr und gleichzeitig auch weniger. Illusion bis zur Perfektion oder tatsächlich ein Wunder inmitten all der tristen Realität? Wer weiß das schon.
Celia und Marco spielen ein Spiel, denn ihre Lehrmeister haben gewettet, wer als Sieger daraus hervorgeht. Natürlich setzt Celias Vater auf seine Tochter und sein Gegner Alexander (er heißt nicht wirklich Alexander. Niemand weiß wie er heißt, aber im Buch nannte man ihn Alexander) setzt auf seinen Schüler Marco.
Weil ein genialer Mensch eine geniale Idee hatte und zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtigen Menschen zu einem seiner Mitternachtsdinners eingeladen hat – entstand der Nachtzirkus.
Er hebt sich von den anderen ab, er ist da und im nächsten Moment schon wieder fort, niemand weiß, wo er als nächstes auftauchen wird. Unter den Artisten befinden sich die außergewöhnlichsten Gestalten und Celia und Marco ahnen damals noch nicht, dass dieser Zirkus der Austragungsort ihres Wettkampfes wird.
Denn niemand erklärt ihnen die Regeln, sie spielen einfach indem sie ein Wunder nach dem nächsten erfinden, die Konstruktionen der Zirkusgründer Leben einhauchen und den Zirkus zu der Magie schlechthin machen.
Aber es kommt wie es kommen musste – wie können zwei gegeneinander spielen, wenn sie sich rettungslos ineinander verliebt haben?

                                                             Meinung

Ich weiß, diese Zusammenfassung kann man allenfalls als unhilfreich beschreiben, aber genau so ist der Unterton dieses Buches. Man befindet sich natürlich in der Geschichte, aber bleibt immer außen vor.
Das ist einer der wenigen Sachen, die ich schwierig zu akzeptieren fand. Ich wollte mitfühlen, miterleben, stattdessen durfte ich nur zusehen. Es ist wie ein Märchen … nein, anders. Es ist wie einem Künstler dabei zuzusehen wie er ein großes Bild malt. Man sieht die Striche, die Kreise und Linien, sieht wie sich die Farben vermischen und zu einem Ganzen zusammenfügen, aber trotzdem kann man nicht ganz erfassen, was dieses Bild jetzt darstellen soll.
Ich mochte den Nachtzirkus mit seinen vielen unterschiedlichen Zelten und all die Räume, die Marco und Celia füreinander erschaffen haben, um zu beweisen, wer der bessere ist.
Allerdings gibt es einen Kritikpunkt. Man muss rund 200 Seiten darauf warten, dass die beiden mehr als nur ein paar Sätze miteinander wechseln, was ich sehr frustrierend finde. Allerdings bleibt das gemalte Bild in Erinnerung.

Ich bin fasziniert von der Idee die dahintersteckt, besser gesagt von der Vielfalt der hunderttausenden von Ideen, die sich zwischen den Seiten verstecken. Aber manchmal fühle ich mich an diese nordischen Krimis erinnert, wo nicht alles erklärt und vieles auf sich belassen wird – so ist dieses Buch. Es erklärt, aber man versteht es nicht, weil diese Welt irgendwie ihre eigenen Erklärungen hat.
Trotzdem würde ich es empfehlen zu lesen, um sich kurz eine Pause zu gönnen, denn diese Welt ist wirklich faszinierend, auch wenn man nur ein Zuschauer bleibt, weil die Figuren nur Figuren bleiben.
Wie Schach. Aber ganz anders.

Trial By Fire – Josephine Angelini (“Everflame”)

5/5 

Finished this yesterday while listening to my secret all-time favorites Mumford & Sons.
So, here I go again, trying to do some serious book recommendation while struggling with english grammar.
As I started reading this book, the knowledge that Josephini Angelini had written it, was always much more present that I wanted it to be. Everyone remembers “Starcrossed” and now you are frightened to discover, if this trilogy opening will leave you unsatisfied or relieved, because it might be good or even better than “Starcrossed”
 At this point I should admit that I didn’t like the last book. The spark was lost. But nevermind, we’re now talking about another great beginning of a story.

Price: 5,55 € on amazon.com
385 (wonderful) pages
Language: English

Summary:

Lily’s life sucks because Lily seems to be allergic to kind of … everything. After dealing with a crush on her (shitty) best friend Tristan and public humiliation (again), she is willing to be taken away, as that creepy little voice in her head asks her to (yeah, at that point she thought she was talking to herself. Guess what? She wasn’t).
Now, she’s in another dimension, with another Lily (Lillian) and another big sister … and furious. All she wants to do is go home, take care of her sick mom again and get away from that creepy witch, who looks just like her (because she is Lily. Kind of. Read the book).
In this world, there is a war between the 13 walled cities (because there are so many monsters running around, kiling people) and the outlanders.
After some chaos she is taken care of by Rowan, Tristan (looking as Tristan from Lily’s dimension but isn’t exactly her Tristan and is at the same time. Confusing, eh?) and Caleb and she discoveres that she’s a badass very powerful witch who can end the tyranny of Lilian (that other witch, that looks just like her).
Oh, and what I forgot to mention: Lilian kills every scientist or teacher, because science is baaaad. (Didn’t figure that out, but I made some assumptions. Read the book!)

Opinion:

I liked it! Mainly, because the characters where so authentic I started to believe they had to exist somewhere. Lily is a main character you can easily identify with but there is still so much to discover about her in her development from a little, weak girl to strong(-minded) woman,
And yes, I liked the guy. I know, I know, that’s so … girly, but he is really cool and he is smart and ohmygoshheissofreakinghot….

Sorry, got carried away. What was I saying?
There is not even a second you could be bored, every time you might get the idea that that the story is calming down and then BOOOM another (problem) thing is happening! You suffer with every character (who isn’t boring or bad or not relevant) and experience joy and confusion and anger and desperation and … pretty much everything.
 So, read this really, really good book!
Now I’m struggling to call this my new favorite, because it isn’t as dark and (at the end) depressing as “The Young Elites”. Oh, damn it!

An alle deutschen Buchliebhaber: Ich habe zwar nicht die deutsche Version gelesen, aber ich würde es trotzdem empfehlen. Wer nicht gerade dem englischen zugetan ist, kann sich ja auch mit der deutschen Version vergnügen, denn der Inhalt bleibt derselbe.
Amazing.